Die Vereinigten Domstifter

Die historischen Archive und Bibliotheken der Vereinigten Domstifter

Schatzhäuser der Überlieferung

Die Matrikel des Naumburger Domkapitels 1534-1872

Bei den Matrikeln des Naumburger Domkapitels handelt es sich um chronologische Verzeichnisse sämtlicher Naumburger Domherren im Zeitraum von 1534 bis 1872, die in insgesamt 15 Bänden überliefert sind. Während die ersten Matrikel noch nach den rezipierten Kanonikern in der Reihenfolge ihrer Aufnahmejahre geordnet sind, geben die späteren Bände im Abstand von wenigen Jahren jeweils eine Gesamtübersicht über die personelle Zusammensetzung des Kapitels geordnet nach Ämtern und Wertigkeit der Pfründen. Neben den präbendierten Domherren fanden auch die Exspektanten Aufnahme, also jene als Mitbrüder oder concanonici bezeichneten Personen, deren Bewerbung auf eine Naumburger Pfründe aufgrund ihrer festgestellten Eignung zwar anerkannt war, die jedoch noch nicht Mitglied des Kapitels waren.

Die Matrikel verzeichnen insgesamt 561 Personen vom 16. bis in das 19. Jahrhundert. Die Zahl der Naumburger Kanonikate hat in diesem Zeitraum kontinuierlich abgenommen, da die meisten Pfründen und andere kirchliche Lehen nach und nach zugunsten schulischer und administrativer Aufgaben umgewidmet wurden. Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde nach dem Übergang des Domstifts an Preußen im Jahr 1815 erreicht. Von den 24 Kanonikaten des Spätmittelalters, von denen stets vier mit "kleinen" Pfründen (Minorpräbenden) ausgestattet waren, blieben nach der Mitte des 19. Jahrhunderts lediglich drei übrig.

Die Datensätze umfassen die in den Matrikeln überlieferten Informationen zur jeweiligen Person mit Angaben zu den Lebensdaten sowie zur Aufnahme und Ämterkarriere im Kapitel. Aufgrund der in frühneuzeitlichen Quellen häufig wechselnden Schreibweise sind die Namen einmal nach der Vorlage der Quelle und zur leichteren Identifizierung zweitens in einer normalisierten Ansetzungsform wiedergegeben. Sofern ermittelbar, wurde eine biografische Referenzierung über die Gemeinsame Normdatei (GND) vorgenommen.

Recherche in den Matrikeln