Die Vereinigten Domstifter

eine der traditionsreichsten Stiftungen in Deutschland

Die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz zählen zu den traditionsreichsten Einrichtungen in Deutschland. Während die Vereinigten Domstifter in ihrer heutigen Form als gemeinnützige Stiftung öffentlichen Rechts auf das Jahr 1930 zurückgehen, reichen die Wurzeln des Naumburger und Merseburger Domkapitels bis in die Zeit vor 1.000 Jahren.

Vereinigte Domstifter öffnen Einrichtungen für den Besucherverkehr

Knapp 8 Wochen waren die Türen des Merseburger und des Naumburger Doms für Besucher geschlossen - nun freuen sich die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz sehr den Naumburger Dom vom 8.-10. Mai und ab dem 15. Mai dauerhaft wieder zu öffnen. Auch der Merseburger Dom wird ab dem 15. Mai wieder Besucher empfangen. Außerdem sind die Domshops in Naumburg und Merseburg dann wieder geöffnet und es können sich Besucher in den Archiven und Bibliotheken der Stiftung anmelden.
 
„Diese Zeit der Schließung, die viel Ungewissheit, Sorgen und Ängste mit sich brachte, war für uns sehr schwer. Wir leben als Stiftung öffentlichen Rechts zu einem Großteil von den Besuchereinnahmen und sind finanziell nun in einer schwierigen Lage“, erläutert der Stiftsdirektor Dr. Holger Kunde. „Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um die strengen Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten und hoffen, dass wir nun wieder viele Besucher in unseren Domen begrüßen dürfen, denn dafür leben wir, Menschen unsere Schätze zu zeigen und die Geschichte, die diese Orte bewahren, weiter zu erzählen.“
 
Im Vorfeld der Öffnung wurden für den Merseburger und den Naumburger Dom Öffnungskonzepte unter Berücksichtigung der Auflagen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste erarbeitet und mit den zuständigen Gesundheitsämtern abgestimmt. Gäste, die Krankheitssymptome aufweisen, die in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 gebracht werden können, dürfen die Einrichtungen nicht betreten - ebenso Besucher, die kürzlich im Ausland gewesen sind.
 
In den Einrichtungen besteht eine Mundschutzpflicht nach der neusten Verordnung zur Eindämmung von SARS-CoV-2 für Mitarbeiter und Gäste. Die Besucherströme werden in beiden Kathedralen so gelenkt, dass ankommende Besucher und die, die den Dom verlassen, nicht aufeinandertreffen. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Besuchern, die gleichzeitig in den Domen sein dürfen, das wird vom Besucherservice geprüft. Es müssen die geltenden Abstandsregelungen eingehalten werden und um Infektionsketten zurückverfolgen zu können, müssen die Daten der Besucher erfasst und gespeichert werden.
 
Möglichkeiten zur Desinfektion wird es im Kassenbereich und auf den Toiletten geben. Alle Oberflächen und sanitäre Anlagen werden im regelmäßigen Turnus desinfiziert und gereinigt.
 
Es müssen weiterhin alle Vermittlungs- und Bildungsangebote der KinderDomBauhütte und des KinderDomusMerseburch bis zum 31. August entfallen.
 
Es wird aber unter Auflagen auch wieder Gottesdienste im Merseburger und Naumburger Dom geben.
 
Gäste können sich bei Fragen an den Besucherservice der Vereinigten Domstifter wenden, dieser ist unter fuehrung@naumburger-dom.de zu erreichen.
 
Die Vereinigten Domstifter hoffen auf das Verständnis der Gäste und freuen sich auf die Besucher.
 
Besucherservice Vereinigte Domstifter
Tel.: 03445/ 23 01 133
Fax: 03445 / 23 01 134
E-Mail: fuehrung(at)naumburger-dom(dot)de

Bewahrer einer 1.000-jährigen Tradition

Die Wurzeln der Vereinigten Domstifter reichen bis in das 10. Jahrhundert zurück, als Kaiser Otto der Große und seine Nachfolger die mitteldeutsche Region zwischen Unstrut, Saale, Harz und Elbe als Kernland ihres Königtums ausbauten und damit eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Europas schufen. Nach den Plänen Ottos des Großen wurden im Jahr 968 die beiden Bistümer Merseburg und Zeitz gegründet. Während die Merseburger Diözese nach kurzer Unterbrechung durch Kaiser Heinrich II. im Jahr 1004 neu begründet worden war, siedelte der Zeitzer Bischof mit seinem Domkapitel im Jahr 1028 in den neuen Bischofsitz Naumburg über. Im gleichen Jahr installierte man an der altehrwürdigen Zeitzer Kathedrale ein Kollegiatstift. Diese drei bedeutenden geistlichen Institutionen des Mittelalters (Domstift Merseburg, Domstift Naumburg, Kollegiatstift Zeitz), zu denen im 16. und 17. Jahrhundert noch die beiden Fonds des Zeitzer Kirchenkastens und der Zeitzer Prokuratur hinzukamen, überdauerten bis in das 20. Jahrhundert hinein als formal unabhängige Einzelinstitutionen. Als die verheerenden wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs und der Zusammenbruch des Preußischen Staates die Existenz der einzelnen Institutionen erneut gefährdeten, erfolgte 1935 eine tiefgreifende juristische Umwandlung zu Stiftungen öffentlichen Rechts unter einer gemeinsamen Verwaltung in Naumburg sowie unter einem einzigen Aufsichtsgremium: dem Vereinigten Domkapitel. Heute sind die Bewahrung des reichen kulturellen Erbes und die Beförderung aktueller gesellschaftlicher Leistungen Leitlinien der Stiftungsarbeit. 

UNESCO-Komitee

UNESCO-Komitee sagt „Ja“ in Bahrain

NAUMBURG. Der Naumburger Dom gehört nun endgültig zum Welterbe der Menschheit. Das UNESCO-Welterbe-Komitee hat dies heute (1. Juli 2018) in seiner 42. Sitzung in Bahrain beschlossen. Die 21 Mitglieder des Gremiums folgten nach einer ausführlichen Diskussion damit einem Antrag des Karibik-Staates St. Kitts und Nevis, dem sich weitere Staaten wie Ungarn, Tansania, China, Kuweit und Zimbabwe anschlossen. Der deutschen Delegation, die den Naumburger Antrag in Bahrain vertrat, gehörten auch Landrat Götz Ulrich, der Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter, Dr. Holger Kunde, und der Geschäftsführer des Vereins Welterbe an Saale und Unstrut, Roland Thrän, an.

Die Nachricht wird von der Delegation in Bahrain, in Naumburg und der Saale-Unstrut-Region mit großer Freude und Erleichterung zur Kenntnis genommen. Landrat des Burgenlandkreises und Vorstand des Fördervereins Welterbe, Götz Ulrich: „Die Anerkennung ist eine wunderbare Mannschaftsleistung von Bund, Land und unserem Förderverein Welterbe. In Bahrain gab es ein Auf und Ab der Gefühle, aber jetzt ist alles gut. Oft musste ich an Curt Becker denken. Er hätte sich heute mit uns gefreut. Für mich als Landrat kommt es nun darauf an, dass der Burgenlandkreis etwas von der Strahlkraft unseres Domes abbekommt und auch andere kulturtouristische Orte von der Entscheidung profitieren können.“

Stiftsdirektor Dr. Holger Kunde: „Die Aufnahme des Naumburger Doms in das UNESCO-Welterbe erfüllt mich mit großer Freude und Stolz. Ein langwieriger Prozess ist heute erfolgreich abgeschlossen worden. Das Hauptwerk des Naumburger Meisters hat damit endlich die ihm gebührende internationale Anerkennung gefunden. Ich danke allen, die zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen haben, sehr herzlich.“

Dechantin der Vereinigten Domstifter und Vorsitzende des Fördervereins Welterbe, Professorin Dr. Karin von Welck: „Die Vereinigten Domstifter sind sehr glücklich, dass es nun endlich Wirklichkeit wird, wofür wir und viele andere mit uns seit Jahren gekämpft haben: Die offizielle Anerkennung des Naumburger Doms als Weltkulturerbe der Menschheit. Mit dieser Eintragung in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes haben wir ein Ziel erreicht, dass uns seit Jahren in Anspruch genommen hat und von dem aus wir nun eine ganz neue nationale und internationale touristische Qualität und Beachtung für unsere wunderschöne Saale-Unstrut-Region entwickeln können. Unser großer Dank geht an alle, die mit uns diesen wichtigen Tag vorbereitet und mit uns der Entscheidung in Bahrain entgegengefiebert haben.“

Oberburgermeister der Stadt Naumburg, Bernward Kuper: „Ich bin bewegt und erleichtert. Nach dem positiven Votum der Kommission 2017 in Krakau waren wir zwar zuversichtlich, aber nun haben wir endlich Gewissheit. Der Titel ist für uns eine große Ehre, und wir sind uns der Verantwortung und der Verpflichtung bewusst, die er mit sich bringt. Unser Dank gilt allen Unterstützern im Haupt- und Ehrenamt, die unseren Antrag über die vielen Jahre unermu?dlich begleitet und unterstützt haben. Der Einsatz hat sich gelohnt. Nun werden wir, beflügelt von der Entscheidung, konsequent weiterarbeiten.“

Geschäftsführer des Fördervereins Welterbe, Roland Thrän: „Große Freude und Erleichterung über die Entscheidung des UNESCO-Komitees. Es hat sich ausgezahlt, dass wir nach dem ersten negativen Gutachten im Jahre 2015 durch ICOMOS ohne Irritationen beharrlich an unserem Ziel weitergearbeitet haben. Der Erfolg gibt uns Recht.“